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Geschichte

Es begann mit Turnen, Laufen, Springen, Werfen

Die Klein Bültener jungen Männer Richard Ölkers, Carl Hantelmann, Hermann Munzel und Gustav Heimberg gründeten 1910 den Turnverein „Frisch auf“ Klein Bülten. Geturnt wurde im Saal der Hantelmann’schen Gastwirtschaft. Die üblichen Wettkampfarten in damaliger Zeit, an denen sich die Turner beteiligten, waren Geräteturnen, Leichtathletik, gemischte Mehrkämpfe und Faustball. Von den kaum 25 Mitgliedern wurde ein Großteil zum Kriegsdienst für den 1914 ausgebrochenen Ersten Weltkrieg eingezogen, so daß das Vereinsleben in dem etwa 300 Einwohner zählenden Dorf vorübergehend fast zum Erliegen kam. Nach Ende des Krieges herrschte wieder reger Turnbetrieb, nun wurden auch Mädchen und Frauen in den Verein aufgenommen.
Mit der 1940 errichteten Schule in der Siedlung, erhielt Klein-Bülten auch eine Turnhalle, damals die modernste im Kreis Peine. Diese günstige Voraussetzung nutzte der begeisterte Sportler und Vereinsvorsitzende Oswald Mende (Bergmann im Schacht Emilie) und führte viele der in die Bergmannssiedlung zugezogenen neuen Klein-Bültener an den Sport heran: Turnen, Leichtathletik und Fußball wurden eifrig betrieben.
Durch den Zweiten Weltkrieg kam es zur Einschränkung der sportlichen Aktivitäten, die bei Kriegsende 1945 ganz eingestellt werden mußten.

Aber bereits im Herbst des gleichen Jahres wurden die Weichen für den Neuanfang gestellt: die erste Nachkriegsversammlung entschied sich am 9. Oktober 1945 für Helmut Walkling als 1. Vorsitzenden. Auf Weisung der Siegermächte mußte der Verein umbenannt werden. Aus mehreren Vorschlägen wählte man den Namen BSC Klein Bülten aus.

Die Sparten Turnen und Leichtathletik hatten in den ersten Nachkriegsjahren noch einen hohen Stellenwert beim BSC, die der Fußball aber schnell überflügelte und sie zu Randdisziplinen im Verein werden ließ. Junge Lehrkräfte der hiesigen Schule sorgten ab 1965 insbesondere für die Förderung von Leichtathletik, Kinderturnen und Damengymnastik. Die Sparten Kinderturnen und Gymnastik, erweitert um Gesundheitssport, haben sich bis heute erhalten und sind neben den Ballsport-Abteilungen fester Bestandteil des sportlichen Angebotes des BSC.

Gegen den Widerstand der konservativ eingestellten Turner, beschloß die Jahreshauptversammlung 1930 die Gründung einer Fußballabteilung, die auch sofort den Spielbetrieb mit gutem Erfolg aufnahm. Den Fußballern stand der 1928 in der ehemaligen Kiesgrube an der Straße nach Handorf gebaute Sportplatz (heute Klärwasser-Pumpstation) zur Verfügung, der wegen seiner zu kleinen Spielfläche 1948 durch den Glückauf-Platz am Walde ersetzt wurde. Schon im Spieljahr 1932/33 wurde „Frisch auf“ Klein Bülten Gaumeister. Von 1946 bis 1992 spielte die Bültener 1. Herren­mannschaft auf Bezirksebene und stieg hier bis in die Bezirksoberliga auf. Ein zwischenzeitlicher „Ausflug“ 1951 in die Verbandsklasse dauerte nur ein Jahr. Seit 1992 spielt die Mannschaft auf Kreisebene. Ihr jetziger Tabellenplatz läßt hoffen, daß sie im nächsten Spieljahr in der 1. Kreisklasse vertreten sein wird.

Das Nachkriegskind Tischtennis, geboren 1947, hatte eine schwere Kindheit. Zuerst standen den Spielern nur Biertisch-Platten im Hantelmann’schen Saal zur Verfügung. Zu den Gründern der Abteilung gehörten Fußballer, die Tischtennis insbesondere im Winter als Ausgleichssport betrieben. 1949 nahmen erstmals zwei Herrenmannschaften an Punktspielen teil, und 1951 dann auch eine Damenmannschaft. Dank der Initiative des Junglehrers und TT-Obmannes Jochen Wanke nahm Tischtennis einen rasanten Aufschwung, und 1973 konnte der BSC 13 Mannschaften zu den Punktspielen melden. Zur Zeit nehmen vier Herren- und eine Jugendmannschaft an den Punktspielen auf Kreisebene teil.
Die Handballabteilung gründeten 1968 der Lehrer Konrad Steindam und einige andere handballbegeisterte BSC-Mitglieder. Zwar war schon 1928 und 1946 bei „Frisch auf“ bzw. beim BSC Handball gespielt worden, aber jeweils nach kurzer Zeit wieder eingestellt worden.
Nach der Neugründung wurde den Handballern seitens des amtierenden Vereinsvorstandes zunächst jegliche Unterstützung versagt. Die Spieler mußten selbst für Trikots, Bälle und Tore sorgen, wobei sie von dem Gastwirt und früheren BSC-Vorsitzenden Willi Lüddecke tatkräftige Hilfe erhielten. Die Abteilung vergrößerte sich 1969 schnell auf zwei Herren- und eine Damenmannschaft und meldete 1973 sogar sieben Mannschaften zu den Punktspielen. 1987 schlossen sich die Handballabteilungen der Vereine BSC Bülten, MTV Ölsburg und VT Groß Ilsede zu einer Handballspielgemeinschaft zusammen, zur HSG Ilsede. Die Zugehörigkeit der Abteilungen zu ihren „Mutter“-Vereinen ist von dem Zusammenschluß nicht berührt.

Eine Tennisabteilung im BSC gibt es seit 1981. Karin Lange und Alfred Lange, seinerzeit Vereinsvorsitzender, waren die Initiatoren, die den Kreis der Interessenten zusammengerufen hatten, um das Projekt „Tennisabteilung“ in Gang zu bringen. Die in Eigenleistung im östlichen Teil der Sportanlage gebauten Plätze sind 1983 in Betrieb genommen worden. Den Plätzen wurde 1991 als Unterkunfts- und Gerätehaus ein Gebäude in Holzkonstruktion angegliedert. Mit der Teilnahme von zwei Herren- und einer Damenmannschaft an Punktspielen war 1994 das bisher am stärksten belegte Spieljahr. In der vergangenen Sommersaison waren zwei Ü40-Herrenmannschaften gemeldet, die 1. Mannschaft spielte in der Verbandsklasse, die 2. Mannschaft in der Bezirksklasse.

Warum die 1930 geweihte Vereinsfahne die Aufschrift „Männer-Turn-Verein“ trägt, und nicht „Frisch auf“, ist heute nicht mehr zu klären. In den vorliegenden Vereinsakten gibt es keinen Hinweis auf eine entsprechende Namensänderung.

In all den Jahren seit seinem Bestehen ist der BSC Bülten von 1910 ein fester Bestandteil der Bültener Dorfgemeinschaft, der das Dorfleben nicht nur durch seine Sportangebote, sondern auch durch seine Teilnahme an den Traditionsfesten bereichert. Es gibt keinen Zweifel daran, daß diese Verwurzelung in Bülten auch über den 100. Geburtstag des BSC hinaus bestehen bleibt.

Die ausführliche Vereinsgeschichte ist nachzulesen in der 2004 erschienenen Bültener Dorfchronik „Die Geschichte des Dorfes Bülten“, Herausgeber Heimat-& Bergbauverein Klein Bülten, ISBN 3-937664-14-9.